Personzentrierte Beratung

Beratung nach dem Personzentrierten Ansatz

Personzentrierte Beratung (nach dem Personzentrierten Ansatz / PZA) ist keine Therapie, doch gibt es ohne Frage auch Überschneidungen. Wesentlich ist, dass sich personzentrierte Beratung auf die Person (die Gruppe / das Team)  im Hier und Jetzt richtet, auf das gegenwärtige Verhalten und Erleben, auf das jetzt Machbare möglicher oder gewünschter Veränderungen oder Lösungen. Diese sehen und nutzen zu können und entsprechende Ressourcen  zu aktivieren, dazu gehört im ersten Schritt, sich bewusst zu  machen, was gerade wirklich los ist. In diesem Sinne kann Personzentrierte Beratung auch Lebensberatung genannt werden, Familien- oder Paarberatung sein oder auch als Coaching zur Orientierung im Berufsleben hilfreich sein.

Entscheidend ist in diesem Konzept oder diesem Ansatz von Beratung das Wissen darum, dass Sie selbst alle Ressourcen in sich haben, um gewünschte oder mögliche Veränderungen in Ihrem Leben zu erreichen. Es geht darum sie zu erkennen, freizulegen, zu aktivieren. Ob Sie besser mit Belastungen umgehen wollen oder ob Sie überhaupt herauszufinden wollen, wo es in Zukunft für Sie lang gehen soll. Entscheidend ist, Sie können sich selbst helfen – und für Sie sind Ihre Lösungen die richtigen. Ein professioneller personzentrierter Berater kann Sie genau darin unterstützen. Er ist mitfühlend, beteiligt, hört Ihnen verstehend und vertiefend zu und folgt Ihnen in dem, wie Sie die Dinge empfinden und erleben. Er gibt Ihnen Resonanz und reflektiert mit Ihnen Ihre Wahrnehmung so, dass Sie überprüfen können, ob dass für Sie stimmt. Es geht immer um Ihr Selbstverstehen, weil Verstehen zur Veränderung führt.

Veränderung der Kommunikation

Wie rede ich mit anderen? Wie reden andere mit mir? Was kriegen andere von mir mit? Watzlawicks berühmter Satz „Alles ist Kommunikation“ ist unverändert richtig oder wahr. Wir können uns noch so anstrengen, unser wahres Fühlen zu verbergen, es spielt immer irgendwie mit. Wenn ich etwas anderes sage, als ich fühle oder denke, führt das nicht selten zur Verwirrung beim anderen. Das Wahrnehmen und Verstehen des eigenen Fühlens, Denkens und Handelns und ob es übereinstimmt, spielt in jeder Kommunikation eine wesentliche Rolle. Ob es dabei um Kommunikation in der Familie, in der Beziehung oder im Job geht. Meine Unklarheiten oder Widersprüchlichkeiten oder die des anderen sind spürbar und wirken als Teil der Kommunikation. Das kann unbewusst sein oder auch bewusst, wenn man zum Beispiel genau weiß, das man gerade etwas sagt, dass so nicht stimmt. Es kann aber auch sein, dass ich gerade Angst fühle, aber gleichzeitig denke, ’stell dich nicht so an‘. Weil ich dann aber meine Angst ignorieren will, anstatt sie wirklich gerade zuzulassen, ist sie ja nicht verschwunden. Sie ist da und wirkt nach außen mit. Ein einfaches Beispiel ist: wenn ich Angst vor Hunden habe, aber beim Parkspaziergang so tue, als hätte ich keine, spüren Hunde das trotzdem. Bei Menschen ist es genauso, nur reagieren sie nicht so unmittelbar. Sie merken es vielleicht nicht einmal so genau. Sie merken nur, dass „etwas“ nicht stimmt – und schon ist die Kommunikation nicht mehr klar. Mein Tun enthält also widersprüchliche Signale zu meinem Denken und Fühlen und wirkt deshalb unklar. Ohne eine annähernde Selbstklärung kommt es zu solchen Irritationen in der Kommunikation oder zu Widerständen beim anderen, zur Abwehr oder zu Streitereien. Diese  Zusammenhänge lassen sich in einer personzentrierten Beratung oder einem Coaching entschlüsseln.

Therapeutische Schulen

Psychosoziale Beratungen oder Coachings leiten sich in der Regel von „therapeutischen Schulen“ ab. Die großen Richtungen sind (chronologisch) die psychoanalytisch orientierte Beratung (Freud), die personzentrierte Beratung (Rogers) und die verhaltenstherapeutisch orientierte Beratung (aus der Lerntheorie entwickelt)  sowie die systemische Beratung, die im Unterschied auf systemtheoretischen Wissenschaften beruht. Auch im „Personzentierten Ansatz“, der in wissenschaftlichen Auseinandersetzungen immer weiterentwickelt wird – trotz Ausgrenzung aus den Richtlinienverfahren der gesetzlichen Krankenkassen seit 1999 –  findet die Auseinandersetzung mit der Systemtheorie bis heute statt (z.B. http://jkriz.de),

Der personzentrierte Ansatz (PZA) in Therapie und Beratung gilt als einer der erfolgreichsten Ansätze und hat dabei immer schon die Person wie das System im Blick. Er gehört als Klientenzentrierte Psychotherapie oder Gesprächspsychotherapie / GPT  (heute auch  Personzentrierte Psychotherapie) zu den am meisten untersuchten Therapieformen.

Personzentrierte Beratung als Methode – bezogen auf qualifizierte Ausbildung

Die personzentrierte Beratungsmethode, die über verschiedene Ausbildungsinstitute, Hochschulen oder Fachhochschulen vermittelt und zertifiziert wird, gilt heute als „die“ Beratungsmethode schlechthin. Über die Geschichte, das Wirken und die Aktualität des Personzentrierten Ansatzes finden Sie ausführliche Informationen zum Beispiel auf der Website des Fachverbandes für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung (Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie und Beratung), der GwG und der Deutschen Gesellschaft für Beratung (DGfB). Neuere Entwicklungen oder aktuelle Auseinandesetzungen zum PZA finden sich immer auch auf der Blog-Seite der GwG unter http://www.gwg-ev.org/gwg-blog.